BODO-Aktuell


IG BAU will Meisterbrief im DortmunderHandwerk schützen


Dortmund, 05.09.2017
Qualität im Handwerk sichern: Ein „klares Bekenntnis zum Meisterbrief“ fordert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) von den Bundestagskandidaten in Dortmund. Hintergrund sind Pläne der EU-Kommission: Sie will die Zugangsvoraussetzungen in Handwerksberufen europaweit angleichen. Darunter würden Qualität und Ausbildung leiden, befürchtet IG BAU-Bezirksvorsitzende gabriele Henter. Meisterbetriebe in der Stadt wären besonders betroffen.

„Wohin der Abbau von Standards führen kann, zeigt sich im Fliesenlegerhandwerk“, so Henter. Mit der Novelle der Handwerksordnung im Jahr 2004 wurde hier die Meisterpflicht abgeschafft. Allein seit 2006 ist die Zahl der Fliesenleger-Betriebe im Bereich der Handwerkskammer Dortmund von 1.187 auf 1.938 im letzten Jahr angestiegen – ein Zuwachs von 63 Prozent. „Immer mehr Ein-Mann-Betriebe buhlen um Aufträge. Qualität und Ausbildung bleiben aber oft auf der Strecke“, kritisiert der Gewerkschafter.

Sollte der Trend die ganze Baubranche erfassen, drohe eine weitere Verschärfung des Fachkräftemangels. Denn die Handwerksmeister seien die tragende Säule der
Berufsausbildung. Neue Zahlen der Handwerkskammer Dortmund nennt Henter deshalb „beunruhigend“: Lediglich 154 bestandene Meisterprüfungen im Bau- und Ausbaugewerbe zählte die Kammer im vergangenen Jahr. Der Lehrlingsbestand in der Branche ging im Zehn-Jahres-Vergleich um 18 Prozent auf zuletzt 2.219 Azubis zurück.



Die IG BAU ruft die heimischen Bundestagskandidaten auf, sich für den Erhalt der
Meisterpflicht im Handwerk einzusetzen. Bei den Fliesenlegern müsse sie dringend wieder
eingeführt werden, so die Gewerkschaft.

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