BODO-Aktuell


IG Bau fordert vom Zoll mehr Kontrollen in der Dortmunder Baubranche


Dotmund, 25.11.2018
Um rund 4,6 Millionen Euro soll die Baubranche im Zollbereich Dortmund den Staat geprellt haben. Das teilte die IG Bau mit. Und fordert nun vom Zoll Konsequenzen.Die Beamten des Zolls sollen die 362 Bauunternehmen in Dortmund noch häufiger auf illegale Machenschaften prüfen. Das fordert zumindest die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau). Das Hauptzollamt Dortmund hingegen sagt: Qualität statt Quantität.

Nach Zahlen des Bundesfinanzministeriums deckten Kontrolleure im Bereich des Dortmunder Hauptzollamtes im ersten Halbjahr einen Schaden von 10,8 Millionen Euro wegen nicht gezahlter Steuern und Sozialabgaben auf. Im Vorjahr belief sich der Schaden auf das gesamte Jahr berechnet auf mehr als 17 Millionen Euro. Allein in der Baubranche seien 4,6 Millionen Euro hinterzogen worden. Der Antwort geht eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Grünen) voraus.

Zoll setzt lieber auf Qualität statt Quantität
In einer Pressemitteilung schreibt Gabriele Henter von der IG Bau Bochum-Dortmund: „Die Bauwirtschaft bleibt im Branchenvergleich ein Hotspot krimineller Energie.“ Insbesondere Beschäftigte aus Osteuropa würden häufig um den Lohn gebracht, der ihnen zustehe. Daher fordert die IG Bau den Zoll auf, häufiger in dieser Branche zu kontrollieren.

Die Zoll-Pressesprecherin Andrea Münch weist die Aufforderung zurück: „Wir setzen eher auf qualitativ hochwertige Kontrollen.“ Statt ständig Unternehmen wegen jeder Kleinigkeit zu kontrollieren, wolle das Hauptzollamt lieber den Fokus auf aufwendige Prüfungen von Großbaustellen legen. Der Ertrag vieler kleiner Prüfungen sei nicht so groß, wie der einer im Vorfeld geplanten Prüfung, erklärte Münch auf unsere Anfrage.

Zahl der Zoll-Mitarbeiter soll aufgestockt werden
Nach Angaben des Finanzministeriums hat das Hauptzollamt Dortmund im ersten Halbjahr insgesamt 842 Arbeitgeber kontrolliert, das sind zwei Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Insgesamt kontrollierte das Hauptzollamt im Jahr 2017 mehr als 1500 Arbeitgeber. Darunter waren auch 207 Baufirmen. In deren Branche verhängten Zöllner Bußgelder in Höhe von 228.000 Euro und leiteten 19 Ermittlungsverfahren ein.

Um die Zahlen weiter zu steigern, fordert die IG Bau bundesweit eine Aufstockung der Zoll-Mitarbeiter auf 10.000 Beamte. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt die Zahl laut Angaben der Gewerkschaft hier bei rund 7.200 Mitarbeitern. In 2017 arbeiteten im Hauptzollamt Dortmund 663 Zöllner zuzüglich 112 Auszubildenden.

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