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Schlechtwettergeld nutzen


Herne, 20.12.2016
Arbeitslos im Winter, das muss nicht sein: Die 120 Baubetriebe in Herne können ihren Mitarbeitern in der kalten Jahreszeit den Gang zum Arbeitsamt ersparen. Wenn auf den Baustellen witterungsbedingt nichts mehr geht, erlaubt das sogenannte Saison-Kurzarbeitergeld seit dem 1. Dezember die Weiterbeschäftigung.

Betroffene erhalten von der Arbeitsagentur dann ein Ausfallgeld in Höhe von bis zu 67 Prozent des Nettolohns. Die IG BAU empfiehlt, dass möglichst viele Unternehmen von dieser Möglichkeit Gebrauch machen sollten, zumal eine bürokratische Hürde weggefallen ist: Bislang mussten Firmen bei Frost und Schnee auf die Arbeitsagentur zugehen und einen Antrag stellen. Ab sofort müssen Unternehmen der Behörde lediglich mitteilen, wer wie lange gearbeitet hat. Wenn Aufträge wegen des Winterwetters nicht mehr erledigt werden können, reicht es jetzt, die Arbeitsagentur nachträglich zu informieren. Damit kann jeder Betrieb frei planen und flexibel auf jedes Wetter reagieren.

Im vergleichsweise milden Winter 2015/16 meldeten sich nach Angaben der Arbeitsagentur in Herne noch 140 Beschäftigte der Baubranche arbeitslos. Die IG BAU Bochum/Dortmund hofft auf einen Rückgang. Hierfür sei das Saison-Kurzarbeitergeld ein zentraler Baustein, so Bezirksvorsitzender Heinz Wessendorf. „Das Schlechtwettergeld hilft Beschäftigten und Unternehmen. Die einen haben eine klare Perspektive und stabile Einkünfte. Die anderen können im Frühjahr auf ihr erfahrenes Personal zurückgreifen und müssen nicht neu einstellen.“

Antragsberechtigt sind Betriebe des Baugewerbes, des Dachdeckerhandwerks und des Garten- und Landschaftsbaus. Die Leistung wird zwischen Dezember und März gezahlt. Im Gerüstbau hat die Schlechtwetterzeit bereits am 1. November begonnen.

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