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Appell an heimische MdBs: „Graue Wohnungsnot“ vermeiden

17.000 neue Seniorenwohnungen für „Wohn-Wende“ in Dortmund


Dortmund, 04.06.2014
Mangelware Seniorenwohnungen: In Dortmund muss dringend mehr für ältere Menschen gebaut und saniert werden, darauf weist dieIG Bau Bochum-Dortmund hin.

„Wenn man möglichst vielen Menschen die Chance geben will, in ihren eigenen vier Wänden alt zu werden, dann muss man deutlich mehr Seniorenwohnungen bauen. Lift statt Treppe, breite Türen für Rollator und Rollstuhl, bodengleiche Zugänge zur Dusche und Badewanne ... Das sind die Voraussetzungen für ein Älterwerden in der eigenen Wohnung. Keine oder kaum Barrieren – dafür kann man sorgen“, sagt Heinz Wessendorf. Der Bezirkschef der IG Bau appelliert an die heimischen Bundestagsabgeordneten, sich „endlich in Berlin dafür stark zu machen, dass der Bund das Seniorenbauen wieder fördert“.

Immerhin werden, so rechnet die IG Bau vor, im Jahr 2035 in Dortmund mehr als 145800 Menschen älter als 65 Jahre sein. Dies bedeute eine Zunahme von rund 24 Prozent gegenüber heute. „Für diese Menschen brauchen wir altersgerechten Wohnraum. Altbauten müssen seniorengerecht saniert werden. Es ist aber auch notwendig, neue Seniorenwohnungen zu bauen. Und das im großen Stil“, so Wessendorf.

Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Berechnungen des Pestel-Instituts aus Hannover. Demnach werden bereits in den kommenden Jahren rund 17 000 neue Seniorenwohnungen in Dortmund zusätzlich benötigt. „Wir stehen vor einer ‚Wohn-Wende’. Immer mehr Menschen werden immer älter. Das ist gut so. Das bedeutet aber auch, dass sie eine passende Wohnung brauchen. Andernfalls bekommen wir ein enormes Problem: eine ‚graue Wohnungsnot’“, sagt Heinz Wessendorf.
Dass die Politik hiervor bislang die Augen verschließe, sei nicht hinzunehmen.

Die IG Bau kritisiert, dass der Bund sein KfW-Förderprogramm für das altersgerechte Bauen auf Null gesetzt hat. „Kein einziger Euro fürs Seniorenwohnen – ohne staatlichen Anreiz wird auch wenig passieren“, so Wessendorf. Die IG Bau fordert deshalb ein neues Programm „Altersgerecht Umbauen“. Hierfür solle der Bund 200 Millionen Euro pro Jahr bereitstellen.
Die Förderung solle zwei Varianten bieten: zum einen den KfW-Kredit, zum anderen einen direkten Investitionszuschuss. „Denn gerade ältere Haus- oder Wohnungseigentümer, die seniorengerecht sanieren wollen, können oder wollen kein Darlehen mehr aufnehmen“, so Wessendorf.

Er warnt vor den Folgen „einer verpassten Baupolitik“ für Senioren: „Es kann nicht sein, dass ein älterer Mensch nur deshalb ins teure Pflegeheim muss, weil eine ambulante Betreuung an der seniorengerechten Ausstattung der eigenen Wohnung scheitert.“

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